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Wie alle Industrieanlagen haben auch die Kraftwerke am Rhein, allen voran das   Kernkraftwerk in Fessenheim, ihren Einfluss auf die Umwelt.

Allfällige negative  Auswirkungen wurden jedoch schon vor dem Bau dieser Werke berücksichtigt  und wichtige Schritte unternommen, um diese zu in Grenzen und unter Kontrolle zu halten.



















Um was geht es bei der Überwachung des Wassers (des Rheins und des Grundwassers)?

1/ Regelung und Verantwortlichkeit der Elektrizitätswerke Frankreichs (EDF) 2/ Dauerhafte und transparente Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten
3/ Begrenzung der Schadstoffausstoße
4/ Systematische Publizierung und Verbreitung aller Messwerte
5/ Zukunftsprojekte

1/ Regelung und Verantwortlichkeit der EDF

In Frankreich existieren mehr als hundert Schriftstücke, die sich mit  dem Thema  Wasser beschäftigen (darunter auch das Wassergesetz vom 3. Januar 1992). Gesamthaft reglementieren sie die Tätigkeiten von Betrieben und Einzelpersonen. Diese Schriftstücke stellen die Richtlinien für die Wasserpolizei sowie für die Wasserwerke dar und bestimmen die gesetzlichen Regelungen des Gesundheitswesens sowie der Industrie. Der Umfang dieser Texte beschäftigt eine Anzahl von Interessengemeinschaften und Kontrollstellen. Außer dem nationalen Recht  beeinflussen auch die jeweiligen kommunalen Rechte sowie internationale Konventionen das französische Gesetz, direkt oder indirekt.

EDF verpflichtet sich, die gesetzlichen Richtlinien einzuhalten und  Verantwortung für die Umwelt sowohl im administrativen als auch im strafrechtlichen Bereich zu übernehmen. 

 

2/ Dauerhafte und transparente Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten


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Permanente physikalisch-chemische Wasseranalysen des Elsass-Kanals.

Das Kernkraftwerk Fessenheim verfügt über 3 Messstationen welche Wasserproben aus dem Grossen Elsass-Kanal  auf die 4 physikalisch-chemischen Parameter untersuchen: Temperatur, spezifische Leitfähigkeit, PH und Sauerstoffkonzentration.

Die Messwerte werden von den Messstationen im Stundentakt registriert und per Computer ausgewertet.

Auch die Wasserführung des Grossen Elsass-Kanals ist Gegenstand von regelmäßigen Kontrollen durch die Kraftwerke. Dabei wird der jeweilige Pegelstand mittels einer Tarierkurve in die Durchflussmenge umgerechnet. Die Durchflussmenge beeinflusst die Messwerte der Schadstoffe und der radioaktiven Rückstände und muss bei deren  Auswertung berücksichtigt werden.

Überwachung der Radioaktivität

Systematische  ein- wie dreimonatliche Messungen werden durchgeführt und seit 1992 von jährlichen und zehn-jährlichen radio-ökologischen Studien vervollständigt, überwacht von der ORPI* (Organisation für Strahlenschutz vor ionisierten Strahlen). 

Gemäß der gesetzlichen Verordnung untersucht EDF regelmäßig Grundwasserproben: monatlich an 5 Stellen unter dem Kraftwerk und alle drei Monate an 3 Stellen außerhalb des Kraftwerks. Darüber hinaus führt EDF jedes Jahr umfängliche, und alle zehn Jahre sehr tiefgehende, radio-ökologische Studien durch.

Im Rahmen der dritten radio-ökologischen Studie seiner Geschichte (nach Point Zero 1973-1976 und dem zehnjährlichen Ergebnis von 1989) beantragte die  Zentrale Fessenheim die Unterstützung durch das IPSN* (Institut für nuklearen Schutz und Sicherheit). Die Studie wurde in zwei Teilen durchgeführt: Regelmäßige Probeentnahmen im Umfeld des Kernkraftwerkes von April bis Dezember 1998, gefolgt von deren Analysen und Auswertungen der Messwerte.

Ziel der Studie: Nachweis radioaktiver Spuren verursacht durch das Kernkraftwerk. Die Analysen wurden in 52 Boden- und Wasserproben rund um das Kraftwerk in Deutschland und in Frankreich durchgeführt.

18 Wasserproben wurden im Oberwasser des Kraftwerks in  Kembs entnommen (Moose und Sedimente), Ottmarsheim (Aale, Döbel, Sedimente und Moose) und im Unterwasser des Kraftwerks  Vogelgrun (Moose, Aale, Döbel, Sedimente) und Marckolsheim (Sedimente, Moose, Aale, Döbel).

* IPSN und ORPI haben sich inzwischen zu einer neuen Organisation vereint: das Institut für Strahlenschutz und Nukleare Sicherheit (IRSN).)

Zum ersten Mal in Frankreich: Vereinbartes Gegengutachten als wichtiger Schritt in die totale Transparenz

Die zweiten und dritten radio-ökologischen Untersuchungsresultate des Kernkraftwerks wurden durch eine Gegenexpertise bestätigt. Diese wurde von der lokalen Überwachungskommission in Fessenheim angefordert und vom Laboratorium der CRIIRAD (eine unabhängige Untersuchungskommission der Radioaktivität) ausgeführt.

In Jahren 1999 und 2000 wurden außerdem mehrere unabhängige Experten (GSIEN, französische Nuklearwissenschaftler) zur  zweiten zehn-jährlichen Inspektion der zwei Reaktoren zugezogen.

 

Ganzjährliche Überwachung der Umwelt in Fessenheim:

- Ein Team von 10 Analytikern beschäftigt sich das ganze Jahr über mit Probeentnahmen und Laboruntersuchungen.                                              
- Ein jährliches Budget von 460 000 Euros  wird für den Umweltschutz und die Schadstoffanalysen bereitgestellt.
- Mehr als 5000 jährliche Analysen und  Kontrollen von Probeentnahmen werden im Umkreis von 10 Km der Zentrale durchgeführt. Dabei werden sowohl das  Wasser, die Luft (Staub), die Landwirtschaft (Milch und Salate), wie deren Schadstoffbelastungen zu bestimmtem Zeiten überprüft.

3/ Begrenzung der Schadstoffausstoße


Thermische und chemische Schadstoffabgaben

Wie alle Kraftwerke dieser Art braucht die Zentrale Fessenheim Kühlwasser. Das dazu benötigte Wasser (ca. 80 m pro Sekunde für den Betrieb beider Reaktoren) wird dem Grossen Elsass Kanal entnommen. Nachdem das Wasser den Kondensator durchlaufen hat, wird es  wieder in den Kanal zurückgeführt (dessen Wasserführung ca. 1000  m pro Sekunde beträgt).  Nach der Vermischung des Kühlwassers mit dem Kanalwasser ist der Temperaturanstieg des Kanals geringer als 1°C.

Um für das Kraftwerk benutzt zu werden, muss Wasser, das dem Grundwasser entzogen wird, chemisch behandelt werden. Die chemischen Rückstände verursacht durch diese Behandlungen werden permanent strengen Kontrollen und Richtlinien unterstellt.

Radioaktive Rückstände 30x weniger als vor 20 Jahren

Flüssige Schadstoffabgaben                                                                                Radioaktive Flüssigkeiten enthalten vor allem Stoffe aus dem Bereich des Reaktorkühlwassers (radioaktiver Wasserstoff, Kohlenstoff 14, Caesium,...), oder aus dem Bereich des Kondensators (Kobalt, Mangan, Chrom,..) Dieses Wasser wird zuerst gespeichert und anschließend analysiert und behandelt. Nur ein kleiner Teil wird nach Speicherung and Behandlung wieder in den Kanal zurückgeführt (die Speicherung  verringert die Radioaktivität auf natürliche Art). Die Schadstoffe unterliegen einer strikten Verordnung welche zahlreiche Kontrollen während der gesamten Kühlwasseraufbereitung vorschreibt. Das  geringste Problem führt zum sofortigen Unterbruch der Kühlwasserrückführung.

    Fessenheim hat seine radioaktiven Schadstoffausstoße in den letzten 20 Jahren 30 mal reduziert. Dazu wurden große Anstrengungen unternommen und die Vorschriften erheblich verschärft.  Heute ist die austretende Radioaktivität (außer Tritium) geringer als 0.5 % der jährlichen Toleranz.

Tritium im Grundwasser

Im Februar 1991 wurde während einer der periodischen Kontrollen durch EDF eine erhöhte Menge von Tritium im Grundwasser festgestellt. Sofort wurden alle Dichtungsstellen im Untergrund der Zentrale renoviert. Am 5. März 1991 wurde die größte Menge von Tritium gemessen, 430 Bq/l. Danach, im Juli 1992, gab es keine  Spuren von Tritium mehr im Grundwasser . Neun Jahre später im Februar 1999 wurde nochmals eine leichte Erhöhung des Tritiumspiegels konstatiert (Höchste Konzentration am 27. März mit 134 Bq/l)
Seit dem 12. April 1999 wird erneut keine Spur von Tritium im Grundwasser mehr gemessen.
N.B. : Die Weltgesundheitsorganisation hat den gesetzlichen Grenzwert für Tritium im Trinkwasser auf  7 800 Bq/l festgelegt..

 

Schadstoffhaltige Gase
Radioaktive Gase enthalten Edelgase (Xenon...), Jod und Feinstaub (Aerosole). Sie stammen größtenteils aus den Ventilationssystemen der Brennelementlager oder aus dem Kreislauf des Reaktors. Diese Abfallgase werden für mindestens einen Monat gespeichert um die Radioaktivität herabzusetzen.
Nach einer letzten Kontrolle werden die Gase durch den Abluftkamin, welcher mit einem Radioaktivitätsüberwachungssystem ausgestattet ist, ausgestoßen. Im Falle einer Panne wird die Abgasentsorgung sofort von einem Reservekamin übernommen.
 

    Die in Fessenheim ausgestoßenen radioaktiven Gase haben die Größenordnung von 0.5 % der jährlich erlaubten Schadstoffabgaben und dieser jährliche Maximalwert liegt wiederum weit unter den Normen der Gesundheitsverordnung.

 

Zoom in die Resultate der dritten radio-ökologischen Studie

- Die Radioaktivität um Fessenheim verringert sich stetig seit 25 Jahren
- Der Einfluss der Schadstoffe auf die Umwelt ist kaum mehr messbar.
- Unter Berücksichtigung der minimalen Messwertunterschiede im Ober- und Unterwasser des Kraftwerks kann man die vorhandene Radioaktivität  nicht ausschließlich mit dem Kraftwerk Fessenheim in Verbindung bringen.

 

EDF, die Elektrizitätswerke im Elsass, arbeiten streng mit regionalen Verbänden und  Kommissionen zur Überwachung, Nutzung und Schutz von Luft und Wasser zusammen.
- EDF's Verpflichtung zur Kontrolle, Überwachung und Schutz von Luft und Wasser drückt sich auch in seiner langjährigen Mitgliedschaft der ASPA (Verband für Studien und Überwachung der Luftverschmutzung im Elsass), APPA (Verband zur Vorbeugung von Luftverschmutzung im Elsass) und  APRONA (Verband zum Schutz des Grundwassers im Elsass) aus.
- EDF nimmt auch regelmäßig an regionalen Versammlungen einer Kommission teil, welche aus gewählten Mitgliedern verschiedener Interessengruppen zusammengestellt ist. Diese Teilnehmer kommen aus dem Staatsdienst, aus Verbänden oder aus der Bevölkerung und  ihre Aufgabe ist die Ausarbeitung neuer Richtlinien eines Schemas für Planung und Wasserverwaltung (SAGE III, Rhein Grundwasser). Dieses Schema ist Teil eines größeren wasserwirtschaftlichen Leitplans des Rhein-Moselgebiets (SDAGE, genehmigt am 15. November 1996). Der vom Gesetz am 3. Januar 1992 verabschiedete wasserwirtschaftliche Leitplan regelt die Wasserpolitik (in erster Linie den Grundwasserschutz und die Anforderungen der Volksgesundheit, und den Schutz der Gewässer Frankreichs vor Umweltbedrohungen).

 

4/ Systematische Publizierung und Verbreitung aller Messwerte

EDF verpflichtet sich, die Bevölkerung in voller Transparenz über alle Messresultate zu informieren. Diese Resultate werden zuerst mit einer vor kurzem eingeführten Studie (durchgeführt von einer Hundertschaft von Vertretern aus dem sozialen, ökonomischen und politischen Umfeld) verglichen und dann veröffentlicht.

Verschiedene Kommunikationsmittel zwecks Information von Behörden, Presse und Bevölkerung sind schon am Platz: Wöchentlicher Bericht an die lokale Medienvertretungen und Überwachungskommissionen,  Auskunft durch eine gratis Telefonnummer: 0 800 05 05 68, sowie  eine Öffentliche Informationsstelle (Tel. : 03 89 83 51 23) mit Internet Seite (www.edf.fr)

Was den Umweltschutz betrifft werden alle Überwachungsresultate einmal monatlich an die zuständigen Ämter und an die lokalen Medienvertretungen gesendet.


5/ Zukunftsprojekte

Nebst dem permanenten Fortschritt im Umweltschutzbereich, welcher vor allem die ISO14001 Auszeichnung  in drei Jahren anstrebt, hat das  Kernkraftwerk Fessenheim folgendes beschlossen:
- In Übereinstimung mit den Sicherheitsbehörden noch vor der Erneuerung der heutigen Verordnung, die bis zum Jahr 2022 gültig ist,  Verbesserungen im Umweltschutz anzustreben. Das heißt nochmals eine Verringerung der Schadstoffabgaben und bessere Messmethoden der radioaktiven Gase und Flüssigkeiten. 
- Auf die Besorgnis des lokalen Überwachungskomitees eingehend wird EDF eine dreijährige Studie für 1.5 Millionen Euros durchführen. Diese wird die Bewegungsabläufe des Grundwassers unter dem Kraftwerk analysieren. 

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